19.10.11

Reise in die Vergangenheit

So ganz weiß ich nicht einmal den genauen Titel der von der VHS in KW organisierten geologischen Wanderung auf den Spuren der Eiszeit. Dr. Olaf Juschus, unser kompetenter Wanderleiter, führte uns auf unterhaltsame Weise viele Tausend Jahre in die Vergangenheit.
Unterwegs habe ich eine Karte fotographiert: Start war die Oberförsterei Hammer mit einer langen Geschichte, die bis etwa 1700 zurück reicht. Westlich von Hammer ist das Naturschutzgebiet "Stintgraben", östlich findet man Spuren eines nicht mehr vorhandenen Flusses.

Auf dem Foto sieht man es nicht so deutlich wie in der Realität. Etwas tiefer gelegen ist eine Flussbiegung, ein Mäander. Oberhalb des Flussbettes wächst Farn, auf dem ehemaligen Flussboden, der aus Torfboden besteht, wächst dagegen nur wenig.
Man hat den Torf mittels Radiocarbonmethode untersucht. Dabei hat man heraus gefunden, dass der Torf 8000 Jahre alt ist! Zu dieser Zeit gab es den Fluss dort schon nicht mehr.
Das Erstaunlich ist, dass man nach dieser extrem langen Zeit die Spuren noch findet!

Das Foto mit der Wiese zeigt einen Blick zum Dahme-Umflutkanal, 1906 zur Entwässerung und zum Hochwasserschutz des Spreewaldes angelegt. Ich denke, eigentlich ist es der Fluss Dahme. Es gibt die Dahme hier sonst nicht, und in einer alten Karte (ca. aus den 70er Jahren)  ist dies auch als Dahme eingetragen.
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 Blick entlang des Kanals

Die Frage war nun, warum floss die Dahme in Vorzeit durch die Stintgraben-Niederung in den Klein-Köriser See? Die Gegend hier ist fast eben, das Wasser sucht sich seinen Weg. Heute aber in Richtung Norden.
Des Rätsels Lösung: Der Wind hatte in vegetationslosen Zeiten nach dem Ende der Eiszeit in dieser Gegend und ganz konkret etwa 1 km nördlich der Wiese eine Binnendüne zusammen geweht. Darunter lag ein Toteisblock - ein abgespaltenes Eisstück. Als dies langsam schmolz entstand eine Unterbrechung in der Düne, durch die jetzt und seit inzwischen etwa 12.000 Jahren die Dahme fließt. Vorher war sie durch die Düne angestaut und musste durch die Stintgraben-Niederung abfließen.
Auf dem folgenden Bild erhält man einen Eindruck von der Höhe der Düne (Blick nicht von ganz oben). Natürlich aus feinem Sand!!

Zum Schluss noch ein Blick auf das Gebäude der Oberförsterei, 1897/98 aus Ziegeln der Löptener Ziegelei erbaut.

Die nächste Wanderung führt in die Blocksberge und zum Grubensee nach Limsdorf, ein Geheimtip!? (Link)
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Kommentare:

  1. Liebe Sabine, herzlichen Dank für diesen tollen Post. Ich fühlte mich herzlich mitgenommen und habe es genossen.
    Liebe Grüße von Sabine

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  2. Fand ich jetzt wirklich sehr interessant zu lesen und auch zu lernen. Ich denke, ich wäre da auch mitgegangen, denn manches Mal sieht man die Dinge mit völlig anderen Augen, wenn man entsprechendes Wissen vermittelt bekommen hat. Ist ja auch überraschend, was da zutage tritt.

    Lieben Gruß, Brigitte

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  3. Liebe Sabine,
    das glaube ich, dass diese Wanderung interessant war. Vieles nimmt man einfach so hin und denkt das war schon immer so. Alles ist im Fluss und ändert sich. Manchmal sind die Menschen schuld, manchmal die Natur - danke fürs mitnehmen.
    Viele liebe Grüße
    Anke

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  4. Hallo Sabine,
    durch dich habe ich wieder spannende Orte gesehen, danke dafür!
    VG
    Elke

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Danke für Deinen Kommentar! Bis bald mal wieder!

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