7.5.11

Noch mehr Außergewöhnliches

Seit bestimmt zwei Jahren hängt ein inzwischen verblichener Zeitungsausschnitt über die „Slawenburg Raddusch“ an unserem Kühlschrank.
.

Zwar wollte ich dort gerne mal hin, andererseits wurde ich das Gefühl nicht los, das dies wieder einmal eine Touristenattraktion ist, die einfach so „hingestellt“ wurde.

Gut, nun waren wir gerade in der Nähe und ich musste dort hin.

Was ich überhaupt nicht erwartet hatte: Es ist tatsächlich ein Nachbau eines hiesigen Kulturdenkmals. Und im Inneren ist eine äußerst interessante archäologische Ausstellung zu sehen.

Wer hätte das gewusst: Etwa um das Jahr 900 besiedelte das slawische Volk der Lusizi dieses Gebiet des südwestlichen Randbereiches des Spreewaldes. Um sich und ihre Vorräte zu schützen bauten sie solche ringförmigen Burgen aus Eichenholzstämmen, die mit Sand verfüllt und von einem Wassergraben umgeben waren. Gewohnt haben sie außerhalb. Die Burg diente als Fluchtburg..

(Detail der heutigen Außenwand)

Von diesen Burgen gab es etwa 30 bis 40 in diesem Gebiet. In der Ausstellung gab es eine Karte, auf der die Burgen eingezeichnet waren. Dieses Gebiet ist scheinbar archäologisch besonders untersucht, vielleicht wegen der großflächigen Tagebaue. Ich denke ja, dass auch in unserem, dem Berliner Gebiet, viel zu entdecken wäre. Aber ich höre selten von Grabungen und sehe noch seltener Funde.

Diese Burgen waren am Fuß 9 m breit und mindestens 7 m hoch (in dieser Höhe ist die Radduscher Burg rekonstruiert). Die Lusizi konnten sich lange gegen Angriffe der Deutschen schützen, wurden dann vom Markgrafen Gero im Jahre 963 erobert, missioniert und zwangschristianisiert.

Die Lusizi – hiernach die Bezeichnung Lausitz für dieses Gebiet – hatten ihre eigene Kultur, …

Rudolf Virchow*, der allgemein nur als Arzt bekannt ist, beschäftigte sich auch mit der Anthropologie und Archäologie in diesem Gebiet.

Warum die Kultur letztlich zugrunde ging ist unbekannt.

Heute wird die wendische/ sorbische Kultur*, ** im Spreewald wieder gepflegt. Man macht sich das Brauchtum zu eigen. Vor allem erkennbar an der typischen Tracht. Zumindest beschäftigt man sich mit der Vergangenheit. Weiteres kann ich nicht so einschätzen.

Hier Fotos vom Hafenfest in Raddusch:

Kommentare:

  1. Liebe Sabine, im letzter Zeit konnte ich leider keine Blogrunden machen. Nun bin ich wieder da :-))) und freue mich wie ein kleiner König, bei Dir paralell zu Deinen tollen Handarbeiten so wunderschöne und sehr kompetente Reiseberichte bei zu lesen. Dankeschön dafür. Daran haben sicher alle Leser ihre Freude. Ich (als gebürtige Spreewälderin) konnte meine Tränen nicht zurückhalten. Ich fühle mich von Dir mitgenommen in meine ehemalige Heimat und genieße es von Herzen. Auch Bad Saarow kenne ich...einfach toll, Deine Post's...immer wieder.
    Herzlichst Sabine

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  2. Von Raddusch habe ich auch schon gehört, und es ist auf meiner Liste - Danke für den Tipp! Kennst Du Groß Raden? Das ist bei Sternberg - wunderschöne Anlage eines slawischen Dorfes.Jochen, mein ehem. Chef, ist immer an Kelten etc interessiert, und wenn er in Berlin ist, schauen wir uns diese Orte gern an ....

    LG von Claudia

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  3. Hallo Sabine,

    toller Bericht von deinem Ausflug ...herzlichen Dank auch für die schönen Bilder..


    ✿◕ ‿ ◕✿
    Liebe Grüße und einen schönen Muttertag wünscht Dir,
    Klaudia

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Danke für Deinen Kommentar! Bis bald mal wieder!

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