3.3.11

Paulo Coelho

Soll man ein Buch zweimal lesen? Gleich nacheinander? Oder später noch mal? Oder Passagen heraus suchen und verinnerlichen?
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Diesmal las ich mein Buch nochmals von Anfang an, nachdem ich es ausgelesen hatte.
"Der Zahir ... ist etwas, das man, hat man es einmal berührt oder gesehen, nie wieder vergisst und das das Denken bis zum Wahnsinn besetzt." (Zitat aus dem gleichnamigen Buch)
Es trifft wohl auch auf das Buch zu.
Die Geschichte an sich ist einfach umrissen: Dem Erzähler ist (vereinfacht gesagt) die Frau weggelaufen. Er kann es nicht verstehen, lässt sich von seiner Liebe nicht abbringen und reflektiert über fast drei Jahre die Gründe der Trennung. Was war der Moment, das Ereignis, das dafür verantwortlich war, dass sich zwei Menschen auseinander leben? Paulo Coelho nennt es den Resignationspunkt, den "Augenblick, in unserem Leben, in dem wir stehen bleiben und uns damit zufrieden geben, was wir haben." (Zitat aus dem gleichnamigen Buch)
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Paulo Coelho* schreibt seine Geschichte, aber er schreibt über viel mehr als die eigentliche Suche nach seiner verlorenen Frau:
über gesellschaftliche Normen, Besitzansprüche in Partnerschaft und Liebe, Zugehörigkeitssymbole, Liebe und Leiden, Freiheit und Einsamkeit, über "Glück", Zufriedenheit, Scheinwelten, ein wenig über die kasachische Steppe und deren Tengri-Tradition, über gesellschaftliche Randgruppen und moderne Nomaden und viele weitere Themen des täglichen Seins.
Mit seiner facettenreichen Erzählweise fühle ich mich als Leser durch viele Gedanken, Anekdoten, Fabeln angesprochen, finde mich wieder und bin tatsächlich berührt wie durch richtig gute Kunst.
Es ist richtig gute Kunst!
Und das Besondere ist, die tiefgründigen, besonderen Themen sind so ungemein angenehm und einfach zu lesen. Trotz "philosophischer" oder "spiritueller" Themen ist es kein philosophisches Fachbuch.
Versteht Ihr, was ich meine?
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Wie in seinen anderen Romanen transportiert er die weisen Gedanken in einer spannenden Geschichte. Das Weise ist jedoch nicht so geschrieben, dass es der Leser nicht versteht.
Das, finde ich, ist das Besondere an Paulo Coelho.
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Eine Internet-Recherche ergab, dass Paulo Coelho als moderner Mensch einen Blog in vielen Sprachen (leider nicht in Deutsch) besitzt und bei Facebook ist.
Von seinem Blog kann man sogar einige seiner Bücher in verschiedenen Sprachen herunter laden. Info; Download
Die Logik überzeugt mich: Paulo Coelho ist ein Autor der gelesen werden möchte. Natürlich, deshalb schreibt er. Das Finanzielle soll nicht beschränken, ob er gelesen wird. Man kann die Bücher herunterladen und am Computer lesen, aber letztlich kaufen die Leser dann doch das Buch. Weil: Ein Buch ist ein Buch - es ist etwas Anderes, ist bequemer, man kann es überall lesen, darin blättern, ...
Vielleicht sollte man hinzufügen: Ein Autor, der weniger gute Bücher schreibt geht damit natürlich ein Risiko ein ...
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Interessante Rezensionen zu Der Zahir habe ich hier gefunden:
1*; 2*
Jedenfalls möchte ich das Buch meinen Lesern empfehlen, am liebsten würde ich es gleich noch einmal lesen ....
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Stattdessen nahm ich Der Fünfte Berg zur Hand. Tatsächlich las ich es nur, weil es von Paulo Coelho ist. Ein biblisches Thema, meisterhaft erzählt. So einfühlsam, man kann es nicht beschreiben.
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Auch dieses Buch kann ich nur empfehlen. Es liest sich leicht, wunderbar; eine Geschichte voller Liebe!

Nun warten noch weitere seiner Bücher auf mich. Vielleicht schreibe ich auch wieder einmal über das eine oder andere seiner Bücher - wenn es Euch interessiert ....... !?
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Kommentare:

  1. Liebe Sabine,

    ich finde, dass du diesen Artikel so geschrieben hast, dass man meint, sofort in den Buchladen gehen zu müssen (oder auf andere Art) und sich alle diese Bücher unverzüglich kaufen zu müssen!

    Coelho ist ein Autor, der seine Kunst so gut versteht, dass jedes seiner Worte unter die Haut geht. Es wird nie öd! Danke auch für die diversen Links!

    Jedenfalls weiß ich nun, welche Bücher auf jeden Fall auf meinem nächsten Wunschzettel vermerkt sein werden!

    Danke dir für deine Mühe und ein schönes WE, Brigitte

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  2. Nachtrag: Ich lese manches Buch 2x oder auch öfter. Im Moment schwelge ich in "Wonniger Donnerstag" von John Steinbeck. Warum? Er schreibt ja oft von Monterey und der Cannery, die kenne ich bestens. Man kann sich so gut an die Orte des Geschehens reindenken.

    LG, Brigitte

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  3. Paulo Coelho, ein Autor der es wert ist immer mal wieder zur Hand genommen zu werden - und jedesmal wirst du Worte, Gedanken und "Bilder" finden, die dir beim vorherigen Lesen nicht aufgefallen sind. Und natürlich kann man ein Buch ein oder zweimal oder sogar noch öfter lesen - ich mache das auch. Ich habe für mich festgestellt, dass es auch von meiner inneren Stimmung abhängig ist, welche Gedanken sich mir aufdrängen, welche Wortbilder mich besonders ansprechen.
    Das der Autor das Internet nutzt und seine zum kostenlosen Download anbietet finde ich großartig, es wäre mich aber z.B. nicht davon abhalten ein Buch zu kaufen, im Gegenteil - wenn mir der Download gefällt, würde ich das Buch kaufen um in aller Ruhe in einem gemütlichen Sessel zu lesen. So sehr wie ich die digitalen Reader schätze, auf ein "richtiges Buch" möchte ich nicht verzichten.
    Dein Posting zum Buch und zum Autor hat mir sehr gefallen, würde ich den Autor nicht kennen, ich bekäme Lust mehr zu erfahren.

    Liebe Grüße von Pia-Marie

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  4. Danke Sabine für die sehr interessante Rezession. Das Buch werde ich gern lesen.
    Viele liebe Grüße
    Anke

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Danke für Deinen Kommentar! Bis bald mal wieder!

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