12.10.10

Und wieder ging es in die Eiszeit ...

Wir machten nämlich wieder einmal eine geologische Exkursion mit Dr. Olaf Juschus, der uns in Zusammenarbeit mit dem Naturpark Dahme-Heideseen diesmal in die Pätzer Kiesgrube entführte.*
Bei meiner Recherche finde ich so vieles, das ich Euch berichten kann. Erst einmal ein "Lagefoto" - man sieht das Gelände ganz wunderbar bei google-maps:

Karte

Kies wurde bereits seit 1916 abgebaut und wird es bis heute, wie ich verstanden habe. Die Loren, die im Gelände standen, werden auch gelegentlich noch genutzt, meist wird der Sand allerdings in LKW's abgefahren.
In der Kiesgrube, die teils aus Geschiebemergel und zum großen Teil aus Sand/Kies besteht, fanden sich im Laufe der Zeit auch diverse Fossilien, die teilweise gar nicht geborgen werden können, da sie bei ihrer Freilegung an der Luft zerfallen. Intakte Funde wurden dem Naturkundemuseum in Berlin übergeben (Link/ Märkische Allgemeine).
Alle Fossilien, z. B. Mammutknochen und -zähne, wurden allerdings mit dem Eis hierher transportiert. Man findet keine kompletten Skelette.
Seit Mai 2002 sind 15,5 ha der Kiesgrube zum Naturschutzgebiet geworden.

Wir lernten Steine kennen, hörten woher man weiß, aus welcher Eiszeit sie hierher kamen, warum die Kiesschichten schräg liegen, usw.
Nun aber die Fotos:
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Beginn der Exkursion/ Treffpunkt an der Kirche in Groß Köris
(Land Brandenburg, südlich von Berlin):
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Eingang zur Kiesgrube:
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Erste Eindrücke, aber man kann das Ausmaß
der Anlage noch gar nicht erahnen:
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Hier eine eher seltene Pflanzenart - eine Uferspitzklette.
Sie sieht exotisch aus, wie ich finde.
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Die Hänge in der Kiesgrube sind geschichtet,
manchmal auch schräg. Es ist nicht einfach "nur Sand".
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Die Loren passten so gut in die Landschaft!:
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Diese Wand ist ca 30 m hoch!
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Neue Teiche werden ausgebaggert und halten das Wasser. Diese hier sind ca 2 Jahre alt und renaturieren sich von alleine, werden besiedelt von Pflanzen und Tieren. Dass das Wasser stehen bleibt ist ein Zeichen, dass in der Grube auch wasserundurchlässige Schichten vorkommen.
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Der Rückweg führte oben an der Kiesgrube entlang,
man bekam nun einen abschließenden,
richtig guten Überblick:
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Insgesamt fand ich die Exkursion sehr interessant, man lernte doch so vieles, bekam Anregungen weiterzulesen ... über Granite, Gneis, Glimmer, metamorphe Gesteine, vulkanische und plutonische Minerale, quarzreiche und quarzarme Steine, ...
Feuersteine scheinen ja etwas noch recht Unerforschtes zu sein. Ich habe eine Erklärung zu ihrer Entstehung gehört, die mir einleuchtete. Als ich das nochmal im Internet nachlesen wollte fand ich diese Erklärung nicht, sondern alles lag wieder im Dunkeln (für mich als Nicht-Geologin ...). Interessanterweise sind auch die kleinen (oder größerern) gleichmäßig gelb-bräunlichen Steine Verwitterungsprodukte der Feuersteine, das Weiße rings um die schwarzen Feuersteine eine Vorstufe der über Jahrtausende andauernden Genese der Feuersteine - und nicht etwa feste Kreide, wie man annehmen könnte. Und die schwarze Färbung der Steine sei auf Kohlenstoff zurückzuführen ...

Jedenfalls bin ich bei der nächsten Exkursion (Link), die zum Luchsee (1*, 2*) führt, wieder dabei, wenn nicht dazwischen kommt!

Wer es ganz wissenschaftlich mag kann übrigens hier Geologisches weiterlesen - Auszüge aus der Dissertation unseres kompetenten Wanderleiters, die unser eiszeitlich geprägtes Gebiet untersucht.

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