21.8.09

Rüdersdorf - Museumspark des Kalksteinabbaus

Museumspark in Rüdersdorf. Die erste Überraschung: Auch heute noch wird in Rüdersdorf Kalkstein abgebaut. Kalkstein diente als Baumaterial. Viele Berliner Gebäude sind aus dem Rüdersdorfer Kalkstein erbaut. Er wurde über Wasserwege, die es in Berlin schon immer reichlich gab, in die Stadt gebracht.
Auf dem Foto sieht man den Tagebau und im Hintergrund das Zementwerk. Kalkstein ist ein Bestandteil im Zement.

Hier ein Blick auf das Museumsgelände. mmmm
Das linke Gebäude auf dem folgenden Foto, natürlich aus Kalkstein erbaut, ist der obere Seilscheibenpfeiler. Hört sich kompliziert an, ist es aber nicht wirklich. Man könnte vereinfacht sagen - die Bergstation einer Seilbahn, die Lasten aus dem Heinitzbruch heraufholte. Eine Seilbahn, konkret die Umlenkstation sieht man rechts im Bild.
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An anderer Stelle gab es eine Schachtofenbatterie zum Brennen des Kalksteines. Dabei wurden abwechselnd Kalkstein und Steinkohle im oberen Teil schichtweise eingebracht. Man sieht die Öffnungen - links vom Weg. Darunter wurde seitlich geheizt und ganz unten dann der Branntkalk entnommen. Eine sehr schwere Arbeit.
Bei etwa 1000 °C wird aus Kalkstein Branntkalk.

chemisch - will es einer wissen?
Kalkstein (Calciumcarbonat) spaltet in der Hitze Kohlendioxid ab und wird zum Calciumoxid (Branntkalk)
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Die Öfen arbeiteten kontinuierlich und waren teilweise von 1871 bis 1967 in Betrieb!
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Beeindruckende Bilder einer beeindruckenden Technologie!
Und 1967 ist ja so lange auch noch nicht her!
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1967 wurde dann das neue Werk erbaut. Inzwischen dem Verfall preisgegeben.
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Branntkalk benötigt man übrigens als Beimischung zum Mörtel, für die Herstellung von Kalksandsteinen, für Kalkmörtel, -putz und -farben, bei der Rauchgasentschwefelung, als Neutralisationsmittel, als Düngerkalk . . .
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Die "offizielle Homepage" des Museumsparkes findet man hier. Ich finde sie nicht so informativ. Im Gelände selbst findet man auf Infotafeln deutlich mehr Informationen zum Abbau, Transport, zum Brand, zum Geschichte, zur Umsiedelung und Umgestaltung der Landschaft durch Abraumlagerung . . . Und im "Haus der Steine" gibt es eine interessante und verständliche Ausstellung zur Entstehung der Lagerstätte aus geologischer Sicht.
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Kommentare:

  1. Liebe Sabine,
    ich habe gestern schon begonnen hier zu lesen und wurde unterbrochen. Aber nun habe ich weiter gelesen und finde, dass dies sehr informativ und auch interessant ist. Auch wenn man natürlich nicht überall sein kann, so sind Berichte über solche Dinge sehr lehrreich. Ich mag sie jedenfalls. Lieben Gruss, Brigitte

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  2. Was Du alles weisst !!! :)
    Aber, wenn man sich so etwas ansieht, dann erfährt man ja auch viel.Erschreckend auch der Gedanke, dass es nun so brach und still da ist, wo viele Menschen Arbeit hatten - nun wird es wohl kaum noch genutzt...das hätte man vor 50 Jahren sicher nie für möglich gehalten.

    LG Claudia

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